ausrÜstung

atemschutz

Der Bereich Atemschutz hat bei den Feuerwehren und somit auch bei der Feuerwehr Oerel in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt die sich stetig verändernden Bauweisen der Gebäude haben dazu einen wesentlichen Teil beigetragen.

Noch in den 60er und 70er Jahren beschränkte sich die Brandbekämpfung oft auf den Schutz umliegender Gebäude vor dem Funkenflug vom eigentlichen Brandobjekt. Vor allem bei reetgedeckten Gebäuden fand das Feuer viel Nahrung, sodass kaum an ein Betreten des Brandobjektes zu denken war, eine Brandbekämpfung war oftmals nur von außen möglich. Im Laufe der Jahre wurde Reet als Baumaterial für Dächer immer mehr abgelöst. Einmal in Brand geratene Gebäude waren nun nicht mehr grundsätzlich verloren und eine direkte Bekämpfung des Feuers im Inneren der Gebäude wurde möglich. Auch die stetig steigenden Anforderungen an Baumaterialien haben dazu beigetragen.

1972 wurden erstmals acht Feuerwehrleute aus der Feuerwehr Oerel als Atemschutzgeräteträger ausgebildet, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. 1974 erhielt die Feuerwehr Oerel die ersten Pressluftatmer und Atemschutzmasken. Heute verfügt man über insgesamt acht Preßluftatmer (jeweils vier auf dem LF 8 und dem TLF 16/25) sowie über 20 Atemschutzmasken, die den Atemschutzgeräteträgern allesamt persönlich zugeteilt sind. Das Einsatzspektrum der Atemschutzgeräteträger beschränkt sich heute jedoch nicht mehr nur auf Brandeinsätze, auch bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen und bei Einsätzen in Gruben, Schächten und Siloanlagen werden sie unter Atemschutz eingesetzt.

Im Bild rechts ist ein Atemschutzgerät an der Sitzbank im Mannschaftsraum des TLF 16/25 zu sehen. So können sich zwei Atemschutzgeräteträger (pro entsprechend ausgestattetem Fahrzeug) zeitgleich bereits während der Fahrt zum Einsatzort ausrüsten.

 

 

LAGEBEDINGUNGEN

Grundsätzlich wird immer dann unter Atemschutz vorgegangen, wenn Atemgifte (Stoffe, die über die Atmung aufgenommen werden und im Körper schädigend wirken) vorhanden sind oder ausreichender Sauerstoff (mind. 17%) in der Umgebungsluft fehlt. Je nach Lage kann es dann erforderlich sein unter umluftabhängigem Atemschutz (Atemschutzmaske + Filter) oder umluftunabhängigen Atemschutz (Atemschutzmaske + Preßluftatmer) vorzugehen.

Im Bild rechts ist ein Atemschutzgerät zu sehen, das im Geräteraum des TLF 16/25 transportiert wird, um es dann an der Einsatzstelle anlegen zu können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ATEMSCHUTZÜBERWACHUNG

Insbesondere bei Einsätzen unter umluftunabhängigem Atemschutz ist es notwendig, mithilfe der Atemschutzüberwachung (ASÜ) den Einsatz der Atemschutzgeräteträger zeitlich zu überwachen und für einen rechtzeitigen Rückzug zu sorgen, denn der vorhandene Atemluftvorrat von rund 1.600L Atemluft reicht je nach Belastung für ca. 30min. Darüber hinaus ist die ASÜ ein Führungsinstrument des Gruppenführers, um den Einsatz „seiner“ Atemschutzgeräteträger zeitlich zu überwachen, rechtzeitig für Ablösung zu sorgen und einen Überblick über die eingesetzten Atemschutzgeräteträger zu haben.
Die FwDv 7 „Atemschutz“ fordert bei Einsätzen unter Atemschutz außerdem das Vorhandensein mind. eines sog. „Sicherheitstrupps“ (SiTr). Ein SiTr ist in der Regel wie jeder andere unter Atemschutz einsetzte Trupp ausgerüstet, zusätzlich führt der SiTr bei der Feuerwehr Oerel noch ein sog. „Rettungspack“ (bestehend aus Ersatz-Atemschutzmaske, Ersatz-Preßluftatmer und Rettungstuch) mit, um verunfallte Atemschutzgeräteträger im Notfall schnell retten zu können.

 

 

 

Um auf einen solchen Notfall im Atemschutzeinsatz vorbereitet zu sein, werden die Atemschutzgeräteträger in regelmäßigen Diensten stets weiter aus- und fortgebildet. Neben dem Notfalltraining werden außerdem viele andere Themen wie z.B. Such- und Rettungstechniken, Hohlstrahlrohr-Training, taktische Ventilation und vieles mehr behandelt. Dies geschieht zusammen mit den Atemschutzgeräteträgern der Feuerwehr Glinde, die an den Atemschutzdiensten der Feuerwehr Oerel teilnehmen.